Vom schwäbischen „Taj Mahal” über den Kernenturm in ‚ä urige Weinstub‘

0

„Wie groß muss wohl die Liebe zu seiner Katharina gewesen sein, dass Wilhelm I das Stammschloss Wirtemberg aus dem 11.Jahrhundert abreißen ließ, um an dieser exponierten Stelle die Grabkapelle errichten zu lassen?” Diese Frage drängt sich einem wahrlich auf, wenn man sich diesen prächtigen klassizistischen Bau ansieht, für den der Begriff „Kapelle” fast schon niedlich klingt.

Trotz eisigem Wind und dem einen oder anderen Regenschauer genossen wir auf unserem Wandertag rund um den Württemberg die grandiose Aussicht von der Grabkapelle auf Stuttgart und Umgebung. Noch mehr Aussicht bot sich uns auf dem Kernenturm, den wir nach flottem Marsch nur knapp eine Stunde später erreichten. Inzwischen hatte die Sonne auch die Überhand gewonnen, der Wind hatte sich gelegt, das eine oder andere Kleidungsstück verschwand im Rucksack. Gut gelaunt und fröhlich plaudernd ging es nun stetig bergab zur Gaststätte „7 Linden”. Den Meisten war das aber noch zu wenig, ein Abstecher hoch zum Höhenrestaurant „Katharinenlinde” mit Blick auf Esslingen und ins Neckartal war locker noch drin. Auch ein neuerlicher Regenguss störte dabei nicht.

Der Hunger trieb uns dann alle runter nach Uhlbach, wo wir uns in der Weinstube Löwen leckere schwäbische Hausmannskost munden ließen. Neben gutbürgerlicher, schwäbischer Gastronomie und einem interessanten Weinbaumuseum hat dieses herrlich gelegene Weindorf noch einen ganz besonderen Schatz: Die Andreaskirche. Bei einer Führung erfuhren wir so manch spannendes Detail über den von Baumeister Heinrich Dolmetsch gestalteten Innenraum, die floralen Muster, die einem Schiffsbauch nachempfundene Decke sowie die Sponsorenfamilie Benger. Manch einer erinnert sich noch an das Geschäft „Maute und Benger” in der Königstraße- Stuttgart. Ein Spross dieser Familie, der eine Uhlbacher Weinbauerntochter heiratete, hatte hier sehr großzügig Ende des 19.Jh die Renovierung der Andreaskirche finanziert. Mit „What a wonderful world” verabschiedeten wir uns von Herrn Eisele-Remppis, der uns in humorvoll-kurzweiliger Weise dieses Kleinod nähergebracht hatte. Mit „What a wonderful day” lässt sich unser Social Event zusammenfassen. Angefüllt mit tollen Eindrücken ging es mit Bus und Bahn zurück nach Hause.

Autorin: Kerstin Metz